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Regensburg, den 17. Juni 2020

Professionell klingen im Video-Call

Vielleicht arbeiten Sie, wie ich gerade auch, ebenfalls am Bildschirm oder sind online, wie so oft in dieser noch immer andersartigen Zeit, in der wir uns weniger real begegnen können. Um trotzdem gut in Kontakt zu bleiben, erfahren Sie im Rhythmus von etwa sechs Wochen Interessantes und Aktuelles von mir zu Stimme und Sprache. Und da Sie ja nachweislich Wert legen auf eine gute Wirkung Ihrer Person, geht es heute darum, wie Sie auch per Video gut ankommen.

Wie Ihre Stimme im Video gut klingt

So viele Video-Calls und Konferenzen gab es selten, stimmt`s? Und selten war das Äußere so nebensächlich und stattdessen etwas anderes so bewusst wie nie zuvor: die Sprechweise. Vielleicht müssen Sie mehr online sprechen als jemals zuvor, vielleicht müssen Sie aber vor allem eines: Einer anderen Stimme zuhören. Ohne die Ablenkung der realen Umgebung.
Und da gibt es:

... die Webinare, die selbsterklärend sind und von einer gelangweilten Stimme
     begleitet werden
... denjenigen, der viel zu schnell spricht und sich so oft verhaspelt
... die Stimme, die die Infos besonders salopp und schnodderig herunterrasselt
... die Person, die jeden Satz mit einem Verlegenheitslachen abschließt
... die extrem modulierte und allmählich heisere Stimme
... jemanden, dem man ob der vielen Äh`s gerne auf die Sprünge helfen möchte
... die Person, die es gut meint und besonders langsam spricht, und noch vieles
     andere mehr.

Sprechen im Video-Call kann anstrengender sein, keine Frage. Weil wir noch präsenter sein wollen. Vielleicht besonders deutlich sprechen wollen. Die nicht vorhandene Nähe durch lauteres Sprechen ausgleichen wollen. Weil wir unsicher über die Resonanz unserer Äußerungen sind, und, und, und.

Fragen Sie sich deshalb einmal ehrlich: Wie wollen Sie selbst klingen?
Hand aufs Herz:

  1. Wir alle wünschen uns, dass es Menschen gibt, die sich freuen, unsere Stimme zu hören.
  2. Wir freuen uns über eine lebhafte Satzmelodie, weil sie anregend, lebendig und interessant wirkt.
  3. Wir wünschen uns, dass man uns stundenlang zuhören möchte, weil wir freundlich und warmherzig klingen.
  4. Wir wollen klingen wie ein Mensch, der weiß, wovon er spricht und sich seiner Sache sicher ist, weil er so Überzeugungskraft vermittelt.
  5. Wir wollen klingen wie eine Person, die genau weiß, dass das, was sie sagt, interessant ist, weil sie dann Selbstbewusstsein und Fachkompetenz ausstrahlt.

Und was ist, wenn Sie sich ärgern? Es innerlich grummelt? Sie gestresst sind? Gelangweilt? Ganz verbergen lassen wird sich die Emotion nicht, das muss auch gar nicht sein. Fragen Sie sich aber, ob Sie genau in diesem Moment zu sprechen beginnen und was Sie mitteilen und erreichen wollen, wenn Sie die Stimme erheben. Setzen Sie ein Lächeln auf und legen Sie Wohlwollen in den Klang. Wenn Sie dies nicht tun, verschenken Sie das Interesse und die Neugier Ihrer Zuhörenden!

Denn: Ihre Stimme bleibt im Ohr.

Wenn Sie bisher wie die allermeisten Menschen der Meinung waren, dass beim ersten Eindruck vor allem die optische Wirkung zählt, setzen Sie nun auf die Wirkung Ihrer Stimme und Sprechweise. Folgende Tipps gewähren Ihnen einen professionellen Stimmklang:

  • Sitzen Sie mit aufgerichtetem Oberkörper. Nicht steif „Bauch rein, Brust raus“, sondern locker und dynamisch gestreckt, so dass stets ein gutes Durchatmen möglich ist. Die Schultern nach hinten unten ziehen, den Kopf aufrecht.
  • Bleiben Sie beweglich. Pendeln Sie auf der Sitzfläche leicht hin und her sowie vor und zurück, so dass Sie die Sitzbeinhöcker spüren. Drehen Sie zwischendurch den Oberkörper leicht hin und her, um die Rumpf- und Thoraxmuskulatur in Bewegung zu halten, rotieren Sie leicht die Schultern. Wiegen Sie den Kopf vorsichtig nach rechts und links (das Ohr zur Schulter), um die Halsmuskulatur zu dehnen.
  • Machen Sie Kaubewegungen, um die Kiefermuskulatur zu entspannen. Brummen Sie genüsslich ein langgezogenes MMMM, summen Sie wie eine Hummel, seufzen Sie einmal tief von oben nach unten. Das entspannt die Muskeln im Kehlkopf und sorgt für tiefes Durchatmen.
  • Räuspern, Husten oder Schlucken zu hören ist wenig spannend. Damit das gar nicht erst vorkommt, halten Sie die Schleimhäute feucht. Stellen Sie sich ein Glas Wasser bereit, am besten mit einer Scheibe Zitrone, etwas Pfefferminze oder einem Stückchen Ingwer. Zwischendurch ein Bonbon zu lutschen ist ebenso hilfreich.
  • Lesen Sie zur Übung einen Satz oder eine kurze Notiz aus der Zeitung, die Sie spannend finden. Lesen Sie laut. Was Ihnen Freude macht zu lesen, wird auch interessant zu hören sein. So trainieren Sie eine lebendige Sprechmelodie.

Nun wissen Sie, worauf es ankommt, beim Sprechen wie beim Zuhören.

Doch weil eine herausgehobene Position wie die Ihre besondere Herausforderungen hat, können Sie noch mehr tun, um auch in Video-Calls noch souveräner und professioneller wahrgenommen zu werden.

Denn oft bringt nur eine individuelle Begleitung die passenden Lösungswege, als „special advice for special people“. Vereinbaren Sie einen Termin für ein kostenfreies Gespräch per Telefon oder Video mit mir. Schildern Sie mir Ihre Situation und erhalten Sie Feedback und Anregungen von mir, die Sie sofort in die Praxis umsetzen können. Wenn Sie überzeugt sind, dass Sie hier noch mehr aus sich herausholen können, vereinbaren wir einen Coaching-Zeitraum nach Ihren Bedürfnissen.

Ich wünsche Ihnen, dass Ihre Stimme allen gerne im Ohr bleibt,
Ihre
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Dr. Lioba Faust

PS: Haben Sie eine Frage oder eine Anregung für Ihre spezielle Thematik? Vielleicht ist sie auch für andere interessant und ich werde in einem nächsten Beitrag darauf eingehen. Bitte schreiben Sie mir: faust@stimme-und-rhetorik.de

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